Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften

Nachruf auf Prof. Dr. Fritz Böversen (1935-2026)

30.10.2026|13:48 Uhr

Am 13. Oktober 2026 verstarb der vom Kollegium und den Studierenden gleichermaßen hoch geschätzte Prof. Dr. Fritz Böversen im Alter von 91 Jahren.

Fritz Böversen wuchs in Minden auf. Nach seinem Abitur 1955 studierte er Chemie, Philosophie, Germanistik, Geographie und Pädagogik an der TH Hannover und an den Universitäten Basel, Münster und Heidelberg. An der Universität Heidelberg arbeitete er von 1960-1963 als studentische und wissenschaftliche Hilfskraft im Fach Philosophie am Lehrstuhl von Prof. Dr. Karl Löwith. In Heidelberg wurde er 1962 im Fach Philosophie von Prof. Dr. Kurt Rossmann mit einer Arbeit zum Thema: "Die Idee der Freiheit in der Philosophie Kants" promoviert. Im Jahr 1963 wechselte er an die Pädagogische Hochschule Wuppertal, zunächst als Assistent von Prof. Dr. Oskar Hammelsbeck, bis er 1964 als Dozent für Allgemeine Pädagogik offiziell dorthin berufen wurde. Ab 1970 arbeitete er als Wissenschaftlicher Rat und Professor an der Pädagogischen Hochschule Rheinland, Abteilung Wuppertal, und wechselte nach deren Auflösung 1972 an die Gesamthochschule Wuppertal, der er bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2000 angehörte und darüber hinaus bis 2014 im Rahmen von Lehraufträgen treu geblieben ist. 

Die Verbundenheit zur Universität spiegelte sich nicht nur in seinem wissenschaftlich-fachlichen Engagement. In den Jahren 1980-1981 war er Prodekan, 1982 übernahm er das Amt des Dekans. Von 1985 bis zur Auflösung 2000 war er Vorsitzender des Konvents der Universität. Ab 1989 bis zu dessen Umstrukturierung leitete er als 1. Vorsitzender das Institut für Schulforschung und Lehrerbildung. Auch in der Ausführung seiner Ämter haben ihn stets hohe Sachkompetenz und Loyalität ausgezeichnet.

Seinen ausgeprägten pädagogischen und philosophischen Interessen, insbesondere an Immanuel Kant und am Thema Frieden, ging er gerne an seinem „Lieblingsort“ der Universität, der Bibliothek, nach. In seiner freien Zeit widmete er sich seiner Frau und seinen Kindern und seiner weiteren großen Leidenschaft, seinem Garten. Zur Erntezeit erfreute er in regelmäßigen Abständen auch die Sekretärinnen mit Obst, Gemüse und Blumen aus eigener Produktion. 

Allen, die ihn kannten, wird er in guter Erinnerung bleiben. Fritz Böversen bleibt fester Bestandteil der Geschichte der Bergischen Universität, der er seit ihrer Gründung als Gesamthochschule Wuppertal angehörte.

Im Namen des Instituts für Erziehungswissenschaft und der Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften

Dr. Jutta Breithausen
Wuppertal, 28.10.2026